Mai 10 2012

Braune Rülpser am Tag der Befreiung

Es war wieder so weit. Die Burschenschafter legten wieder einen Kranz nieder und dachten an die gefallenen Helden und – wie man nicht nur zwischen den Zeilen lesen konnte – auch dem Tag der Niederlage.

In Europa ist es nicht unüblich, dass an diesem Tag Feierlichkeiten begangen werden. In manchen Ländern ist der „Tag der Befreiung“ ein staatlicher Feiertag. Aber in Österreich marschieren die Burschenschafter auf und denken an ihre Helden der SS Wehrmacht. Traurig? Ja.

In den Zeitungen liest man, dass man nun Diskussionen führen möchte ob dieser Tag auch bei uns ein Feiertag werden soll und ob man die Rechten (die seit 2002 – also seit die FPÖ in die Regierung kam – dieses Spektakel abhalten) nicht wieder von diesem Platz vertreiben sollte. Ein wenig spät nach 10 Jahren? Ja.

Interessant ist auch wie gut abgeschirmt und von der (sehr FPÖ-lastigen) Polizei geschützt so eine Neo-NS Veranstaltung abgehalten werden kann. Niemand durfte durch. Niemand durfte hinein. Die Polizei sperrte gewissenhaft das Gebiet großräumig ab. Gibt es noch andere Demonstrationen bei denen so eine komplette Absperrung vorgenommen wird? Keine Ahnung. Mir ist nichts davon bekannt. Vielleicht ein Staatsbesuch da ist, aber das war hier wohl nicht der Fall.

Warum werden äußerst rechts denkende und sich äußernde (man nennt das auch „braune Rülpser“) Menschen von der Polizei so gut vor den „bösen Demonstranten“ geschützt?

Warum sind in Österreich noch immer so viele Menschen dem rechten Gedankengut verfallen?

Selbst wenn nur ein FPÖ-Politiker diesem rechten Aufmarsch der schlagenden Burschenschaften beiwohnte, war wohl der Blauwähler Anteil recht hoch unter den versammelten Personen. Nicht verwunderlich, wenn es doch genau diese Partei mit ähnlichen „braunen Rülpsern“ immer wieder in die Nachrichten schafft.

So ein Rülpser findet sich übrigens auch auf einem aktuellen Plakat der blau-braunen: „Die soziale Heimatpartei“

So nennen sie sich. Kennt jemand ein Synonym für Heimat? Wie wäre es mit National? Die soziale Nationalisten Partei. Weit hergeholt? Leider nicht. Weder ideologisch noch von der Wortwahl her.

Es gibt Momente in denen ich mich wirklich schäme und mich maximal ganz kleinlaut zu sagen traue, dass ich Österreicher bin. Ein so ein Moment war, als ich zum ersten Mal diesen Schriftzug auf einem FPÖ-Plakat sah. Ein anderer Moment dieser Natur war es, als mich die Polizei daran hinderte zum Minoritenplatz zu marschieren (dort ist übrigens ein U-Bahnabgang) um rechts-heimatliche Burschenschafter vor mir und ca. 5 Touristen zu schützen.


Mrz 17 2012

Ich will deine Pommes …

… genau damit begann die kurze Unterhaltung mit einem ungefähr zehn Jahre altem Kind im McDonalds auf der Mariahilfer Straße.

Selbstbewusst, mit einer gewissen ausgestrahlten Arroganz kam der Junge, scheinbar Süd/Osteuropäischer Abstammung an meinen Tisch und verlangte nach meinem Essen.

Wie aus Reflex war meine Antwort “nein” und der kleine Mann war schon beim nächsten Tisch. Dort angekommen versuchte er erneut seine Bestellung zu deponieren. Es dauerte nicht lange bis eine Mitarbeiterin des Lokals das Kind aus dem Lokal zu vertreiben suchte. Doch das war gar nicht so einfach, da der Minderjährige überhaupt nicht auf die Dame hörte, sondern sich einfach zu anderen Gästen setzte und sie ignorierte.

Erst als sie den Leiter herbeirief und der mit etwas mehr Nachdruck und unter Androhung die Polizei einzuschalten den Jungen aus dem Lokal vertrieb, verließ dieser tatsächlich seinen Platz und ging. Allerdings nur um wenige Minuten später wieder aufzutauchen und seine Runde fortzusetzen.

Innerlich war ich ein wenig hin und her gerissen. Einerseits, auf einer sehr moralischen Ebene hätte ich ihm gerne etwas zu essen spendiert – mein Gott, ein Cheeseburger kostet ja nur einen Euro – aber andererseits, empfand ich auch eine tiefe Ablehnung gegen seine Vorgehensweise.

Was ihn dazu trieb? Vermutlich seine Eltern. Vermutlich sein Umfeld. Was würde der Burger ändern? Nichts wahrscheinlich, da es hier nur um eine kurzfristige Befriedigung eines Bedürfnisses ging. Die Ursache bliebe dabei unangetastet. Warum aber überhaupt? Angenommen es geht der Familie und dem Kind wirklich schlecht: Warum dann nicht das Jugendamt einschalten? Schon wäre zumindest die Existenz des Kindes gesichert.

Aber um eine Lösung und Hilfe für diesen Einzelfall geht es ja im Grunde nicht. Das musste ich schon früher feststellen, als ich bei obdachlosen Bettlern immer wieder stehen blieb und ihnen Hilfe anbot. Auch wenn man denken könnte, dass in einem Land wie Österreich es gar nicht so schwer sein kann Hilfe zu bekommen, sind Menschen obdachlos. Statt – wenn sie schon nicht wüssten wo sie sich hinwenden können – einfach bei der Polizei nachzufragen, oder unter der Nummer 4000 im Rathaus Auskunft erhalten, bzw. einfach auf eine Bezirksstelle gehen könnten, stehen heute mehr Menschen den je auf der Straße und gliedern sich aus der Gesellschaft aus.

Wer schon einmal am Naschmarkt ein paar Stunden verbracht hat, weiß genau wovon ich rede. Beinahe im Minutentakt wird einem von diversen Zeitungen angefangen wohl alles gegen einen Mikrobetrag angeboten. So ist es wohl auch nicht weiter verwunderlich, wenn man in diesem Bereich ein wenig abstumpft und sich ein “Reflexnein” zulegt.

Diese Ausgliederung jedenfalls geschieht durch besondere Umstände und führt, wie ich in verschiedenen Gesprächen feststellen musste, dazu, dass diese Menschen sich auch gar nicht mehr eingliedern wollen. Teilweise ist die Vorstellung in der Gruft zu schlafen schon abschreckend, da es sich um einen geschlossenen Raum handelt. Von einem geregelten Tagesablauf mit Arbeit ganz zu schweigen.

So bleibt es bei meinem “Nein”. Ja, ab und zu kaufe ich auch einen Augustin, wenn ein Verkäufer besonders sympathisch ist, aber in der Regel lasse ich es. Klar, wer braucht schon 500 Exemplare der selben Ausgabe?

Aber wieso habe ich dann immer ein schlechtes Gewissen? Wieso denke ich mir dann, dass ich den Personen doch irgendwie helfen sollte? Auch wenn ich es nicht kann. Auch wenn sie sich nicht helfen lassen wollen? Aber wenn jemand aus der Gesellschaft aussteigt, wieso bleibt er dann in dieser verhaftet und bittet um Geld?


Mrz 14 2012

FPÖ, Wunder, Vatikan und ein lesbischwules Lokal?

Aus der Reihe: “Pressetexte die niemand braucht” wieder einmal aus dem Lager der FPÖ … lesen und staunen …

14.03.2012 / 11:14        / Politik

Exklusiv: FPÖ-Presse: Rettet der Vatikan das Cafe Rosa?

   Wien (OTS) – Obwohl das von der ÖH betriebene und in die Pleite geführte Cafe Rosa ausgewiesen “antiklerikal” ist, könnte der paradoxe Fall eintreten, dass ausgerechnet der Vatikan das linke Cafehaus rettet. So sei angeblich bereits eine streng geheime Kommission aus Rom nach Wien unterwegs, um die mysteriösen Vorgänge in besagtem Cafe zu prüfen, wie die FPÖ-Presse in Erfahrung bringen konnte.

So seien nach Angaben der Betreiber gleich zwei Geschäftsführerinnen “plötzlich” und “unerwartet” schwanger geworden, obwohl das Cafe “antiheteronormativ” sei, sprich vorzugsweise von Lesben und Homosexuellen frequentiert werde. Dem Vernehmen nach will der Vatikan nun untersuchen, ob ein gewisser “Heiliger Geist” Stammgast im Cafe gewesen sei und ob hier eine unbefleckte Empfängnis stattgefunden habe. In diesem Fall könnte das Cafe Rosa zur Pilgerstätte erklärt werden und wäre somit wohl auch finanziell aus dem Schneider.

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub    Tel.: 01/ 40 110 – 7012 presse-parlamentsklub@fpoe.at
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Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4468/aom

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OTS0095    2012-03-14/11:14

141114 Mär 12

Vorherige Aussendung FPÖ-Karlsböck: Turnusärzte sind keine Sekretärinnen 14.03.2012 / 11:09

Nächste Aussendung KO Waldhäusl: NÖ braucht ein Kinderschutzgesetz! 14.03.2012 / 11:15

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Mrz 7 2012

So lesen sich FPÖ-OTS-Meldungen

Was lese ich denn hier? Ein besonderes Kunstwerk von FPÖ-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein. Bitte lesen, übergeben und fassungslos die rechtspopulistische Exkremente der Blauen bewundern.

Übrigens: Auch in dieser rechten OTS-Meldung wurde wieder das Wort “Gutmensch” verwendet. Ein Begriff der unter Göbbels entwickelt wurde. (Hier der Beitrag)

FP-Jenewein: Pollak politisch auch nicht ganz korrekt

Utl.: Freiheitliche regen dringend eine Namensänderung an

Wien (OTS/fpd) – “Die angeblich beleidigenden Begriffe Zigeunerschnitzel und Mohr im Hemd will ausgerechnet ein Mann abschaffen, dessen Nachname klingt wie die Beschimpfung eines ganzen Volkes?”, wundert sich FPÖ-Landesparteisekretär Bundesrat Hans-Jörg Jenewein über den Vorstoß von SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak. Sein Rat an den hauptberuflichen Gutmenschen: “Um in seinen politisch korrekten, linken, potenziell leider sogar gewalttätigen Kreisen nicht früher oder später unter die Räder zu kommen sollte er raschest seinen Namen ändern – Alexander Mgombo etwa wäre sicher karrierefördernd.” (Schluss)

Rückfragehinweis: Klub der Freiheitlichen, Pressestelle Tel.: Tel.: (01) 4000 / 81 798

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OTS0185 2012-03-07/12:13

071213 Mär 12

NFW0002 0106


Mrz 7 2012

Österreich: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Mark Pieth, OECD-Korruptionsexperte, ist sich sicher, dass “Korruption zu Österreichs Kultur gehört”. Doch wie kommt er auf diese Idee?

Liegt es daran, dass die Regierung – besser gesagt das Justizministerium – das erst 2008 in Kraft getretene Anti-Korruptionsgesetz bereits von unserer ehemaligen Justizministerin Claudia Bandion-Ortner 2009 wieder gelockert hat und damit Bestechungen legalisiert hat? Liegt es daran, dass es in internationalen Kreisen bekannt ist, dass man in Österreich legal ausländische Firmen bestechen darf? Selbst in der sehr wirtschaftlich orientierten USA ist dies verboten.

Kann es sein, dass Korruption bei uns zum guten Ton gehört, weil ein ehemaliger Finanzminister reichlich staatliche Betriebe privatisiert hat und dabei noch reichlicher abgesahnt haben soll?

Vielleicht auch, weil von unserer aktuellen Justizministerin Beatrix Karl in Zeiten in denen ein U-Ausschuss den nächsten jagt ein Gesetz vorgeschlagen wird um Diversion – also außergerichtliche Einigungen – bei Korruptionsverdacht zu ermöglichen und das gesamte Paket „Stabilitätsgesetz“ nennt.

Ganz bestimmt liegt es daran, dass gleich welche größere Ausgabe man näher unter die Lupe nimmt, immer jemand mitverdient haben soll. Sei es nun die FPÖ unter anderem beim Eurofighter-Kauf, die FPÖ, ÖVP, das BZÖ und die SPÖ bei der Telekom Affäre, einzelne Regierungsmitglieder beim Verkauf von Staatseigentum.

Man kann fast sagen, dass bei jeder Tiefgarage die in Österreich gebaut wird, ein oder mehrere Politiker geschmiert werden, um ihren Segen zu geben. Fast schon wie die Stempelmarke 2.0.

Aber vielleicht liegt es auch daran wie beim ORF die Besetzungen vorgenommen werden. Niko Pelinka mit seinen jungen Jahren eine leitende Funktion zu geben, ist wie in den Armeen der letzten Jahrhunderte in denen 17-jährige Offiziere aufgrund ihrer Herkunft ganze Heere befehlilgten.

Auch Sebastian Kurz war nicht besonders erfahren, als er Staatssekretär wurde und bis auf äußerst sympathische Medienauftritte gibt es von seiner Seite auch nicht viel zu berichten.

Pelinka, um wieder zurückzukommen war vielleicht zu jung um beim ORF den Büroleiter zu spielen. Jedenfalls ist er aber nicht zu jung um Managing Director von Rudi Korbza´s Kobzas Mediengruppe zu werden. Bestimmt.

So muss ich leider mit dem Satz schließen:

“In Österreich ist alles möglich, wenn – und nur wenn – Sie Freunde in der Politik haben.”


Mrz 5 2012

Keine Frage des Verdienstes …

grasser

… ist bei manchen Menschen die Steuer. Ja, ich zahle auch nicht gerne Steuer, aber ich kann beobachten wie monatlich von meinem Bruttogehalt ein gar nicht so geringer Anteil in die Taschen des Staats verschwindet und damit unter anderem bei Banken und ähnlichem Zeug landet.

Aber es gibt scheinbar Menschen, denen es noch weniger schmeckt Steuern zu bezahlen. So ungefähr muss es unserem lieben Ex-Finanzminister Grasser ergehen.

Aber machen wir uns nicht lustig über ihn, denn seit seinem Abgang als Finanzminister hat sein Gefühl für Zahlen leider erheblich nachgelassen, manche möchten von einer arithmetischen Amnesie sprechen.

Am 11.1.2007 verließ er das Finanzministerium und seit dem ging es nur noch Bergab. 2008 betrug sein unversteuertes Brutto-Einkommen laut seiner Steuerklärung nur noch knapp 24.000 Euro im Jahr. Abzüglich Werbungskosten sank der steuerpflichtige Betrag auf rund 17.000 Euro. Somit reduzierte sich seine Steuerlast auf ganze 2.700 Euro.

2009 war ein noch schlimmeres Jahr für unser Finanztalent. So betrug sein Jahreseinkommen lächerliche 13.520,20 Euro, was eine Steuerleistung von 919,87 Euro ausmacht.

Ach ja. Grasser zahlte zu dem Zeitpunkt 20.000 Euro pro Monat Miete. Wie geht sich das denn aus?

Einmal mehr schließe ich mich Christoph & Lollo an.


Mrz 5 2012

Banken: Die Rindsviecher der Nation

(c) http://derstandard.at/

 

 

 

 

 

 

 

RZB-Chef Walter Rothensteiner findet es unfair die Bankenabgabe zu erhöhen und meint, dass Banken doch nicht die Melkkühe der Nation seien.

Verständlich, befinden sich die Banken in diesem Zusammenhang doch in einer ungewohnten Situation. Eigentlich ist es doch so, dass die Bankkunden die Melkkühe sind. So wurden bislang immer alle Kosten an diese weitergeschoben. Und ich rede hier nicht nur von der Bankenabgabe, sondern auch davon, dass durch die Investitionen in Süd/Osteuropa nach Beendigung des Jugoslawienkrieges die Banken gerne ein wenig mehr Kapital gehabt hätten und daher im Handumdrehen die jährliche Kontoabrechnung für Privatkunden auf eine (kostenpflichtige) Quartalsabrechnung umgestellt haben.

Aber nicht nur durch direkte Vermögensumschichtung an die Banken wurde das Vermögen ihrer Kunden verringert. Auch durch indirekte Übertragung von Milliarden an arme Banken die durch schlechtes Wirtschaften kurz vor dem Aus standen.

Lieber Herr Rothensteiner, nehmens Sies mir bitte nicht übel. Aber vielleicht sollten sie einmal am eigenen Euter ziehen, bevor sie schmollen.


Feb 27 2012

Polit-Mashup: Die Jagd verbindet …

… Telekommunikation auch.

“Als Politiker soll man auch im eigenen Land auf die Jagd gehen dürfen”, meint der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter von der ÖVP.

Und hat er nicht Recht damit? Die Jagdgesellschaften der vergangenen Jahrhunderte waren immer schon ein Hort der feinen Gesellschaft. Derer mit Macht und Einfluss. Bitte, nur weil die Aristokraten mit dem Ende der Monarchie abgeschafft wurden, heißt das ja nicht, dass man die demokratischen Nachfolger der herrschenden Kaste um das Vergnügen bringen sollte, dem die damaligen adeligen Feindbilder so gerne frönten.

Natürlich werfen die Jagdgesellschaften der Reichen in unseren und anderen Ländern ein etwas seltsames Bild auf das moderne Verständnis der Politik in Bezug auf moralische Werte. Aber sei es drum. Denn immerhin sind sie kompetent.

Ein besonders kompetentes Beispiel hierfür ist unsere Finanzministerin Maria Fekter  – ebenfalls von der ÖVP – denn sie hat errechnet: “Wir haben also keine Kosten, sondern nur etwas weniger Ertrag.”

Das man als Finanzministerin oder Finanzminister nicht unbedingt Ahnung haben muss, hat auch schon Karl-Heinz Grasser unter Beweis gestellt. Denn auf die Frage hin, warum denn seine Steuererklärungen nicht gerade den österreichischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen meinte er nur, dass er als Privatperson das österreichische Steuerrecht zu wenig kenne und deshalb auch einen Steuerberater damit beauftrage. Wieso sollte sich auch ein ehemaliger Finanzminister damit auskennen?

Aber auch andere Politiker sollten ihre Steuererklärung nicht selbst erledigen. Denn Klaus Wittauer von der FPÖ/BZÖ-Fraktion antwortet auf die Frage eines ATV-Redaktuers, ob er Geld von der Telekom kassiert habe: „Ich glaube nicht.“

Nun, das sind ja auch Dinge die man erstens leicht vergessen kann und zweitens muss man sich ja auch nicht gerade durch die eigenen Kontodaten wursten, um vorbereitet zu einem Untersuchungs-Ausschuss zu erscheinen. Wäre ja der Sache nicht angemessen.

Wobei Wittauer schon eine gewisse Schlampigkeit unterstellt werden kann, denn bevor er bereit ist eine Antwort zu geben, hätte er schon gerne das Protokoll seiner Einvernahme vorliegen gehabt. Nicht, dass man sich vielleicht in irgendetwas Widersprüchliches verstrickt.

Zum Beispiel – haarscharf war es – auf die Frage von Peter Pilz (DieGrünen), was denn seine Leistung war, antwortet Wittauer seelenruhig, dass Pilz das nachprüfen könne. Auf eine erneute Nachfrage des Grün-Politikers entschlug sich Wittauer der Antwort. Er war sich wohl nicht sicher.

Nicht sicher ist sich auch Stefan Krenn in machen Belangen. So weiß er zwar, dass er eigentlich für das Weiterleiten von Scheinverträgen – oder „speziellen“ Verträgen – eigentlich nicht zuständig sei, warum aber Vertragsentwürfe zu ihm kamen, könne er sich entweder gar nicht erklären oder maximal dadurch, dass er ein gutes Verhältnis zu seinen Vorgesetzten hatte.

Das macht aber auch nichts, da Krenn sich auch nicht sicher war, ob er sich die Verträge überhaupt durchgelesen habe. Von einer Rückdatierung von Verträgen wisse er jedenfalls nichts. Warum er die Mails mit Vertragsvorlagen und/oder Verträgen weitergeleitet habe und nicht Schieszler kann er sich natürlich ebenfalls nicht erklären.

Nicht erklären kann oder will sich auch das österreichische Finanzamt. So übermittelten sie dem Untersuchungsausschuss die geschwärzten Steuerakten des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Zwar kann man nun nicht mehr viel erkennen, aber das war unserer lieben Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wohl auch entweder nicht so wichtig, oder nicht erwünscht.

Nicht so wichtig oder nicht erwünscht war es nach Peter Michaelis (bis 2011 Vorsitzender der ÖIAG) auch, dass er den Prüfbericht der FMA nicht erhalten hat. Seiner Meinung nach war die FMA mit allem einverstanden. Dass die FMA nun vielleicht – wie aus einem Prüfbericht hervorgeht – doch nicht mit allem einverstanden war entzieht sich seiner Kenntnis, denn er habe ja den Prüfbericht nicht bekommen. Warum? Das weiß er auch nicht so genau. Er habe jedenfalls verantwortungsvoll gehandelt.

Verantwortungsvoll gehandelt ist jedenfalls nicht gleichbedeutend mit Rechtskonformität, denn wenngleich die FMA eine Untersuchung wegen Verdachts auf Kursmanipulation eingeleitet habe, wurde seitens Michaelis schon an einem Nachfolgeprogramm gebastelt.

Gebastelt wurde scheinbar auch an seinen Aussagen. Denn auch wenn er nach eigener Angabe das FMA Gutachten nicht erhalten habe, meint er nun, dass dem ihm nicht bekannten Gutachten zu entnehmen sei, dass möglicherweise Straftaten außerhalb des Unternehmens begangen wurden. Er habe eine weiße Weste.

Eine weiße Weste wollen viele haben, allerdings scheint es nur Karl Öllinger (DieGrünen) zu gelingen. So fragte er im Parlament in die Runde wie viel denn die Anwesenden hier verdienen und führte weiter aus, dass so lange Abgeordnete € 4.000,- netto pro Monat erhalten und von diesem Einkommen nur € 20,- monatlich einsparen, sollte man nicht einmal daran denken, bei Pensionen zu sparen. Den Zwischenruf von Finanzministerin Maria Fekter wurde von Öllinger mit den Worten „Tun Sie das nie wieder“ und „Passen S´ wenigstens auf“ kommentiert.

Aufgepasst in Mathematik hat scheinbar Herbet Kickl (FPÖ), der der Fekter´schen Unschärfetheorie das Sparpaket betreffend Unseriosität zum Quadrat attestiert.

Unseriöse Unschärfetheorie zum Quadrat kann man auch Kickls Parteifreund Heinz-Christian Strache unterstellen, der vier Tage lang ein Flugblatt der als rechtsextrem und neonazistisch eingestuften Arbeitsgemeinschaft demokratische Republik (AFP) auf seiner Facebook-Seite propagierte.

AFP-Zeugs verbreitete auch ein Mitglied der Kärntner FPÖ im Jahr 2011. Das Mitglied wurde, wie Christian Leyroutz (FPÖ-Kärnten-Chef) bestätigte, aus der Partei ausgeschlossen. Ob dem Bumsti aus Erdberg nun auch ein Ausschluss droht?

Ein Ausschluss wäre auch für den Dienstgeber Michaelis´ ein guter Tipp gewesen. Dieser fragt nicht nach Überprüfungen durch die FMA und eine interne Revision hält er nicht für nötig, denn es hätten sich Ungereimtheiten ergeben können.

Ungereimtheiten und arithmetische Inkompetenz bewies auch der Mathematiker Rudolf Taschner der Kinderlose mittels eines Solidarbeitrags zur Kasse bitten möchte.

Zur Kasse gebeten wurden die Telekom Manager bestimmt nicht. Denn diese durften sich aussuchen ob sie ihre Boni in Optionen oder Bar ausbezahlt bekommen wollten. Nachdem am Stichtag (es gilt die Unschuldsvermutung) aus irgendeinem besonderen Grund die Optionen wesentlich mehr wert waren als kurz darauf und davor (an diesem Stichtag wurden die Boni bemessen), ließen sich 97% der Manager ihre Optionen in Bar ablösen.

Ablösen soll Österreich seine fremdenfeindliche Rechtsordnung bezüglich hoch qualifizierter ausländischer Fachkräfte. Hier hat die EU-Kommission Österreich wegen Hinternissen am Arbeitsmarkt neben Zypern und Griechenland in der zweiten Stufe des Verletzungsverfahrens aufgefordert die Rechtsvorschriften zur Umsetzung der Blue-Card-Richtlinie anzupassen.

Anpassen an unser politisches System möchte ich mich mit diesem Artikel bestimmt nicht. Ich hoffe es war eine spannende Lektüre und wünsche einen unangenehmen „Offenen-Mund-Effekt“.


Feb 26 2012

Lasst endlich mal den Strache in Ruhe!

Fix noch einmal. Was hat er euch getan? Hat er überhaupt schon mal jemandem etwas getan?

Woher kommt eigentlich diese Hetze gegen ein ehrenwertes Mitgliedglied unserer Gesellschaft? Wieso versuchen die Linken immer wieder den HC-Man als Rechten hinzustellen und stempeln ihn als Volksverhetzer ab? Er sagt ja nur was er denkt! Hier einmal eine Gegendarstellung – weil es endlich Zeit wird, dass alle Erkennen, dass der Bumsti aus Erdberg nichts mit den Rechten am Hut hat.

Wäre er ein Rechter, würde er sich eines rechten Vokabulariums bedienen.

Wäre er ein Rechter, hätte er viele Bekannte in der rechten Szene.

Wäre er ein Rechter, würde man ihn auf Veranstaltungen anderer Rechter sehen.

Wäre er ein Rechter, wäre er ein Dorn im Auge der Linken.

Wäre er ein Rechter, wären die Linken ihm ein Dorn im Auge.

Strache bei NS-Gedenkfeier
Allgemeins über den Bumsti aus Erdberg

Feb 26 2012

Wenn ich eine Frau wäre …

… würde ich mir wünschen, dass es eine Frauenministerin gäbe, die sich für mich einsetzt und auf die ich mich verlassen kann.

Wenn ich eine Frau wäre, würde es mich massiv stören, dass Männer für die gleiche Arbeit mehr Geld bekommen und es wäre mir ein Anliegen, dass diese Ministerin etwas dagegen unternimmt.

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mich ernsthaftes Engagement von meiner Ministerin erwarten. Keine halbherzigen Lösungen und nicht zu Ende gedachten Kampagnen die der Öffentlichkeit bei oberflächlicher Betrachtung einfach nur zeigen sollen, dass sie etwas unternimmt.

Wenn ich eine Frau wäre, würden diese einleitenden Worte von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek mir einen gewisses Maß an Zuversicht bieten:

Damit die Rechnung aufgeht!

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das fordern wir Frauen seit über 100 Jahren. Diese Forderung ist heute aktueller denn je. Denn noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit um 18% weniger als Männer.

Grund genug, den nächsten Schritt zu setzen, um die Gehaltsschere zu verringern. Nach Einkommensberichten und Gehaltsangaben in Stelleninseraten geben wir mit dem Online-Gehaltsrechner jedem Bürger, jeder Bürgerin ein starkes Werkzeug in die Hand. Ein Werkzeug, mit dem man nachschauen kann: Verdiene ich auch wirklich das, was mir zusteht? In vier einfachen Schritten können Sie herausfinden, ob Sie ein faires Gehalt bekommen.

Wir haben unseren Online-Gehaltsrechner gemeinsam mit ExpertInnen auf Basis der aktuellsten Daten der Statistik Austria über die Gehälter in den einzelnen Branchen entwickelt. Das wichtigste für Sie: Der Rechner ist einfach in der Verwendung und liefert starke Argumente für Gehaltsverhandlungen. Damit wir unserem Ziel wieder ein Stück näher kommen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Gabriele Heinisch-Hosek

Ihre Gabriele Heinisch-Hosek

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich den Gehaltsrechner der Ministerin verwenden und wäre vom Hinweistext der Ergebnisseite entsetzt:

Anmerkung: Der Branchendurchschnitt für die von Ihnen gewählten Parameter kann aufgrund der vorhandenen Branchen-Daten in Einzelfällen unter dem jeweiligen Kollektivvertrag liegen. Für Informationen zum Kollektivvertrag wenden Sie sich an Ihre Fachgewerkschaft oder an die Arbeiterkammer.

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mir nicht erwarten, dass die Empfehlungen und Gehaltsangaben nicht der Realität entsprechen.

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mir nicht erwarten, dass eine Offenlegung der Gehälter bei Stellenausschreibungen und dem damit verbundenem Zusatz “Überbezahlung wird geboten” der Ministerin Ernst sein kann.

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mir nicht erwarten, dass Symptome der ungleichen Bezahlung bekämpft werden aber nicht deren Ursachen.

Tatsache ist, dass das auf www.gehaltsrechner.gv.at angegebene Brutto-Durchschnittsgehalt um € 40,- über meinem tatsächlichen Nettoverdienst liegt, welcher im Durchschnitt meiner Branche liegt.

Tatsache ist, dass das selbe angegebene Bruttogehalt nur 61% des Tatsächlichen beträgt. Wenngleich die Website vorgibt, dass zu 95% sicher ist, dass ihre Daten stimmen.

Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich verärgert.

Ich bin keine Frau, aber dennoch verärgert.